Entstehung einer Krebszelle

Bei der Entstehung von Krebs handelt es sich im Gegensatz zu anderen Erkrankung um einen außerordentlich komplizierten Vorgang. Eine Infektionskrankheit lässt sich beispielsweise leicht erklären. Viren oder Bakterien dringen in den Körper ein und vermehren sich, irgendwann wird das Immunsystem mit der Vielzahl dieser Bakterien nicht mehr fertig und wir werden krank. Ein Arzt hat dann die Möglichkeit die Erreger gezielt mit Antibiotika zu bombardieren oder alternative Möglichkeiten zu nützen.

Anders wiederrum gestaltet sich die Sache bei einer Krebserkrankung. Hier dringt nichts von außen ein, sondern die Gefahr entwickelt sich im inneren des Körpers – in der körpereigenen Zelle.

Eine Zelle wird dann zur Krebszelle, wenn sie ihren normalen Kontrollmechanismus verliert und unkontrolliert wuchern kann. Krebsforscher gehen grundsätzlich davon aus, dass in jeder menschlichen Zelle Gene vorhanden sind, durch die solch eine Krebszelle entstehen könnte. Die Entstehung einer Krebszelle verläuft in mehreren Stufen.

1 Phase: Die Initiationsphase

Das ist die erste Stufe in einem Prozess, an dessen Ende die Veränderung und Schädigung unserer Erbsubstanz (DNS- Desoxyribonukleinsäure (Deutsch)/ DNA -Deoxyribonucleic acid (Englisch)) steht. Dieses Molekül steuert die Lebensvorgänge im Körper. Eine Veränderung im Erbgut wird durch krebsauslösende Stoffe wie Karziogene verursacht, und wird Mutation genannt. Leider gibt es jede Menge von Karziogenen, die die Erbsubstanz angreifen können: Freie Radikale, Strahlen, Benzpyrene, Nitrosamine, Aflatoxine (Gifte von Schimmelpilzen), einige Viren und Bakterienarten etc.

Doch selbst eine solche Erbgutveränderung löst noch keinen Tumor aus. Der Körper hat hierfür eigene Mittel und Wege sich von diesen Karziogenen zu befreien. Kritisch hingegen wird es dann, wenn der Schaden bis zur nächsten Zellteilung nicht behoben ist. Denn dann existiert eine beschädigte Zelle, die defekte Erbinformation an gesunde Zellen weiter gibt. Aber auch diese Tatsache muss noch zu keiner Tumorentwicklung führen, denn durch die ständig stattfindende Zellerneuerung werden normalerweise defekte Zellen abgestoßen. Erst in der nächsten Phase kommt ein entscheidender Faktor hinzu, was die Tumorentwicklung begünstigt.

 

 

2 Phase: Krebsfördernde Stoffe

In dieser Phase werden die Zellen mit der veränderten Erbsubstanz aus Stufe eins durch tumorfördernde Stoffe beeinflusst. Diese Stoffe bewirken ein vermehrtes Wachstum der geschädigten Zellen, was letzten Endes auch zur Tumorbildung führt. Dieser Prozess dauert jedoch mehrere Jahre, unter der Voraussetzung, dass die krebsfördernden Stoffe ständig präsent sind. Zu den bekanntesten Stoffen gehören: gesättigte Fettsäuren, Alkohol und eine überhöhte Energiezufuhr.

Auch wenn wir auf der Zellebene ein kritisches Stadium erreicht haben, haben wir dennoch alle Chancen dem Krebs zu entkommen. Zu den Gegenspielern dieser Kartiogene gehören unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe wie Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und Milchsäurebakterien. Wir müssen es nur schaffen, ein Gleichgewicht in unserem Organismus herzustellen. (Quelle: Gesund ernähren – Krebs vorbeugen, von Gisa Bührer- Lucke)